Alles rund um Ihr Kind
Liebe Patientin, lieber Patient,
hier möchten wir Ihnen einige Tipps rund um die Zahn- und Mundgesundheit Ihres Kindes geben. Viel Spaß beim lesen.
Zahnpflege
Auch wenn die Zähne noch gar nicht da sind, können Sie bereits ab dem 3-4 Monat damit beginnen, die Schleimhaut des zahnlosen Kiefers regelmäßig morgens und abends mit einem Finger zu massieren. Dafür gibt es in der Drogerie beispielsweise auch spezielle „Fingerzahnbürsten“ auf Naturkautschuk. Dies kann dabei helfen, Ihr Baby daran zu gewöhnen, dass morgens und abends mit einer Bürste in ihrem kleinen Mund gearbeitet wird und das spätere Zähneputzen erleichtern. Gleichzeitig kann es bei Durchbruch der Zähne lindernd wirken.
Ab dem ersten Zahn sollen die Zähne Ihres Kindes morgens und abends mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Kinder-Zahnpasta (1.000 ppm Flourid) und einer weichen Zahnbürste mit kleinem Borstenkopf geputzt werden. Ab dem 2. Lebensjahr kann dann auf eine erbsengroße Portion umgestiegen werden und ab dem 6. Lebensjahr darf Ihr Kind die normale Zahnpasta nutzen.
Mittlerweile ist es Standard und auch richtig, dass Kinderärzte Vitamin D nicht mehr als Kombipräparat mit Fluorid verschreiben. Vereinzelt kommt dies jedoch vor. Bitten Sie in dem Fall um ein Rezept für reines Vitamin D.
Gleichzeitig sollte das Kind ab dem ersten Zahn halbjährlich zur Kontrolle der Zahnärztin oder dem Zahnarzt vorgestellt werden. Bei den Vorsorgeterminen geben Sie bitte das Zahnärztliche Kinderuntersuchungsheft, welches Sie vorne im gelben U-Heft Ihres Kindes finden, ab. Hier finden Sie auch weitere wichtige Informationen zur Zahnpflege Ihres Kindes.
Ab dem 6. Lebensjahr führen wir in der Praxis die Individualprophylaxe - kurz IP - durch. Diese wird von der Krankenkasse bezahlt und beinhaltet Mundhygieneinstruktionen, Anfärben zur Veranschaulichung von Belägen, gemeinsames Putzen der Zähne sowie die Versiegelung von kariesfreien Fissuren.
Schnuller
Der Schnuller für das Kind sollte klein sein und der Bereich zwischen den Zähnchen sehr dünn (keine Kirschform). Der Schnuller sollte nicht mitwachsen, d.h. bei der kleinsten Größe bleiben. Ein Schnuller ist immer leichter abzugewöhnen als der Daumen und sollte spätestens nach dem 3. Lebensjahr komplett verschwinden.
Vom 7. bis zum 12. Lebensmonat verringert sich das Saugbedürfnis. Die Kau- und Beißreaktion löst die Saugreaktion ab.
Ab dem 2. Lebensjahr kann das Schnullern bereits zu dentalen und skelettalen Deformationen führen. Es kann vermehrte Mundatmung auftreten, die Infekte begünstigt.
Ein Schnuller sollte verantwortungsbewusst eingesetzt werden.
So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Ernährung
Im Jahr 2026 haben Fachgesellschaften für Mutter-Kind-Gesundheit erstmals eine entsprechende Leitlinie mit der höchsten wissenschaftlich-medizinischen Qualitätsstufe S3 veröffentlicht. Es wird nun empfohlen, die Stilldauer bis in den zwölften Monat fortzuführen, und frühestens ab dem 6. Monat zusätzlich die Gabe von Flaschennahrung, Beikost und Flüssigkeiten einzuführen. Ganzheitlich mindere Beobachtungsstudien zufolge Stillen das Risiko etwa für Asthma oder Mittelohrentzündungen und schütze vor chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Im Bereich der Zahn und Mundgesundheit fördert generell das Saugen an der Brust (auch unterhalb von 6 Monaten) die Entwicklung der orofazialen Strukturen. Eine gute Entwicklung dieser Strukturen reduziert das Risiko für eine Mundatmung, Fehlentwicklungen der späteren Zahnstellung und einen fehlenden Lippenschluss, was sonst Probleme beim Sprechen, Schlucken und Kauen nach sich ziehen kann. Eine Mundatmung begünstigt weiterhin Schnarchen, Mundtrockenheit, Zahnfleischentzündungen und Karies. Die Muttermilch enthält Zucker, hat jedoch auch Eigenschaften, die der Entstehung von Karies entgegenwirkt. Nichtsdestotrotz sollte nie eine Nuckelflasche zum „Dauernuckeln“ angeboten werden. Vorsicht ist auch geboten, wenn Ihr Kind Beikost erhält und so die Menge an weiteren Zuckerquellen ansteigt. Eine gute Mundhygiene liegt hier in Ihrer Verantwortung.
Bezüglich Beikost achten Sie darauf, Ihrem Kind nicht übermäßig zuckerhaltige „Quetschies“ zuzuführen. Sobald das Baby gut kauen kann, sollte weiche Kost auch in Stückchen angeboten werden. Ab dem 2. Lebensjahr darf Ihr Baby fluoridiertes Speisesalz mit der Kost aufnehmen. Säfte sollten verdünnt sein und auch nur in Maßen getrunken werden.
Achten Sie bei Süßigkeiten darauf, dass es etwas ist, was nicht schmilzt und schnell zerkaut und geschluckt werden kann. Beispielsweise Schokolade schmilzt in jeden Zahnzwischenraum hinein. Klebrige und ziehende Bonbons (wie Nimm2) oder lang im Mund verweilende Lutscher bedeuten eine lange Exposition der Zähne gegenüber dem Zucker, was das Risiko für Karies erhöht. Andernfalls lassen Sie Ihr Kind kurze Zeit nach dem Konsum von Süßem die Zähne putzen.
Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an!
Ihr Team der Zahnarztpraxis Kasperlik